"Land in Sicht! Land in Sicht!
Wir haben es geschafft! Jippi!!"
Schrie der ausgemergelte Seemann vom schwankendem Ausguck. Die Mannschaft brach in ein frenetisches Erleichterungsgejubel aus. Captain SPATZ trat aus seiner
Koje und blinzelte misstrauisch durch die dicken Nebelschwaden. Und tatsächlich sah man durch die graue Suppe einen verschwommenen Strandabschnitt. Das Wetter änderte sich plötzlich
verheissungsvoll von trüb zu freundlich.
Auf einem knarrigen Piratenschiff vor mehreren kleinen palmenreichen Inseln, brannte die Sonne mittlerweile schon bitterlich auf die Haut der fürchterlichen Piraten.
Nur ein lauer salziger Wind versüsste ab und zu den Aufenthalt auf dem fürchterlichen Piratenschiff.
"Hört alle hin.
Wir müssen unsere Beute verbuddeln.
Die englische Krone will uns die wertvollen Glasperlen,
Diamanten und Golddukkaten wieder abluchsen.
Wir werden auf dieser einsamen Insel landen und unsere Ladung löschen.
Wir werden eine Schatztruhe vergraben und irgendwann in ruhigen Zeiten werde ich alleine,
also wie gesagt ohne euch,
vorbei schauen und den Schatz heben."
Die furchteinflössende Meute johlte aus tiefen Kehlen. Hier stand er Captain Ueli Spatz der erste und wahrscheinlich einzige schweizerische Pirat in der
Weltgeschichte. Sein Name ist zwar nicht so furchteinflössend wie Wasser das in der Luft gefriert, doch sein Äusserliches hat schon menge weisse Haie in die Flucht geschlagen. Der Piratenkapitän war der einzige der wusste, was sich in der Schatztruhe befand. Die Piraten munkelten zwar nicht selten davon, dass er ein wertvolles Artefakt aus
vergangener Zeit erbeutete und es jetzt in der Truhe aufbewahre.
Der Piratenkapitän war ein zäher und riesiger braungebrannter Krieger. Er war zwei Meter gross und hatte zwei schnittige Haudegen und drei knorplige Feuerwaffen
auf sich. Er trug einen schimmernden schwarzen Piratenmantel und sein leuchtender, strahlend weisser Sennenbart war mit tiefschwarzen Perlen verflochten und
sein schwarzer und salzverkrusteter Piratenhut durchlöchert von all den hitzigen Seeschlachten.
Seine Narben waren wie kleine Kratzer auf seinem muskulösen, braungebrannten Körper.
In seinen Backen verstaute er jeweils in einem kleinem Ziegenlederbeutel trockenes schwarzes Schiesspulver damit er noch schneller seine Muskette nachladen konnte. In seiner Freizeit sang er wie
ein alter reudiger Seebär fürchterliche Piratenlieder und seine Lieblingsmahlzeit war Fondue mit Räuberspeck.
UELI SPATZ ist in einem malerischen Bauerndorf in den kurvigen schweizer Alpen aufgewachsen. Dort war die Welt noch in Ordnung. Die Kühe muhten und die Ziegen
zwischerten und die Vögel blöckten. Zumindest für diejenigen Dorfbewohner welche wieder einmal zuviel Milchschnaps becherten.
Eines Tages packte die Familie Spatz ihr ganzes Hab und Gut und wanderten aus auf Amerika. Während der Überfahrt wurden sie von Piraten überfallen und Ueli
geriet in Gefangenschaft.
Er war zarte fünfzehn Jahre alt als er unter fürchterlichen Piraten hausen musste. Er musste algenverkrustete Fischernetze flicken und
zerfetzte Piratenflaggen sortieren.
weiter zu Teil 2
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